
Im Jahre 1988 unterzeichnete die Bundesregierung das sogenannte Toronto-Protokoll. Dieses Papier sieht eine globale Einschränkung des CO2-Ausstoßes um 20% bis zum Jahre 2005 vor, bezogen auf die Emissionen des Jahres 1988. Es war der erste internationale Gemeinschaftsakt, um der drohenden Klimaveränderung sinnvoll entgegenzuwirken. Jedoch blieb es vorerst nur bei den politischen Absichtserklärungen. Der CO2-Ausstoß stieg weiter ungebremst an. Im Jahr 1993 wurden in Deutschland über 56 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen. Das "Torontoziel" würde für uns eine Reduktion von 12 -13 Millionen auf jährlich rund 43 Millionen Tonnen bedeuten.
1990 wurde dann das Klimabündnis, ein Abkommen zwischen verschiedenen europäischen Städten und den ansässigen Völkern des Amazonasgebietes, ins Leben gerufen. Es sieht u.a. eine Verpflichtung der teilnehmenden Städte, Gemeinden und Bundesländer vor, ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2010 um die Hälfte zu senken (dies würde von Deutschland eine Einsparung von rund 25-30 Mio. Tonnen CO2 erfordern). Diverses Bundesländer, deren Landeshauptstädte und eine Vielzahl von kleineren Städten und Gemeinden unterstützen mittlerweile das Ziel des Klimabündnisses. Einige Bundesländer haben für sich strengere CO2-Einsparungsziele beschlossen!
Etwa 80% der globalen CO2-Emissionen stammen aus der Verbrennung fossiler Energieträger im Verkehr, in der Industrie, in Kraftwerken und im Hausbrand. Ungefähr 20% gehen auf das Konto der Tropenwaldvernichtung. Jährlich verursacht jedeR BürgerIN 7,7 t an CO2. Dieser Wert liegt weit über dem globalen Durchschnitt. Dabei liefert das verkehrsbedingte CO2 den größten Beitrag. Jeweils etwa 20% des CO2-Ausstoßes geht auf das Konto der Stromerzeugung, der Industrie sowie der Kleinabnehmer (Haushalte, Gewerbe, landwirtschaftliche Betriebe).
Die Entwicklung der letzten Jahre, aber auch Modellrechnungen für die Zukunft bis 2010 zeigen, daß bei Fortgang der bisherigen Entwicklung des Energieverbrauchs "quasi automatisch" durch die Verbesserung von Heizanlagen und durch Sanierungsanstrengungen der Heizenergiebedarf insgesamt eher gleich bleiben wird. Durch den vermehrten Einsatz von kohlenstoffärmeren Energieträgern (z. B. Gas statt Öl oder Kohle) ist nur eine kleine CO2-Einsparung möglich.
Die angestrebten Emissionsziele gemäß dem Toronto-Protokoll bzw. dem Klimabündnis sind zwar aufgrund politischer Versäumnisse in den vorgegebenen Zeitspannen nicht mehr zu verwirklichen, doch darf das Ziel nicht aus den Augen verloren gehen. Daher müssen verstärkt aktive energiesparende Maßnahmen - z.B. eine systematische Wärmedämmung - verwirklicht werden.
Die letzte umfassende Datenerhebung aus dem Jahre 1991 ergab, daß ca. 60% der Gebäude Außenwände in "nicht wärmedämmender Bauweise" besitzen, nur 35% aller Neubauten werden gesondert mit Dämmstoffen versehen. 65% der Neubauten erreichen die in den verschiedenen Bauordnungen der Bundesländer unterschiedlich hoch festgelegten Dämmwerte (!) allein mit Ziegeln und Verputz. Das läßt den Schluß zu, daß sowohl bei Neubauten als auch bei Gebäudesanierungen die Wärmedämmung nicht im Vordergrund steht. Heute sind "Niedrigenergie-Häuser" ohne nennenswerte finanzielle Mehrbelastung technisch umzusetzen. Damit können aber die Energiemengen für Heizung und Warmwasseraufbereitung um bis zu 80% gesenkt werden.
| Bauteile | Sanierter Altbau | Neubau | Niedrigenergiehaus |
|---|---|---|---|
| Außenwand | 0,77 | 0,72 | 0,15 |
| Decken | 0,33 | 0,33 | 0,2 |
| Fenster | 2,75 | 2,75 | <1 |

