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Hintergrund: Was habt Ihr als Deutsche mit Barsebäck zu tun?
Schweden hat wie Deutschland eine rot-grüne Regierung, und in beiden Ländern ist der Atomausstieg politisch beschlossen, in Deutschland seit einem halben, in Schweden schon seit 19 Jahren. In keinem der beiden Länder ist aber bisher auch nur ein einziger Reaktor aufgrund dieses Beschlusses abgeschaltet worden. Politiker und Industrie verfolgen die Ausstiegsdebatte des jeweils anderen Landes mit großem Interesse, und ein schneller Ausstieg in einem Land kann dem anderen als Vorbild dienen und würde so die Ausstiegsbefürworter dort stärken.
Eine weitere Verflechtung der Situation in Deutschland mit der in Schweden (und anderen Ländern) entsteht durch die Internationalisierung der Atomfirmen und der Energieversorgungs-unternehmen. Während der vergangenen Jahre haben sich Preußen Elektra und die Hamburger Elektrizitätswerke (HEW) beim südschwedischen Energieversorger Sydkraft eingekauft, während Sydkraft umgekehrt Anteile an den deutschen Versorgern erworben hat. Dadurch ist der Vorstandsvorsitzende von Preußen Elektra, Hans-Dieter Harig, Aufsichtsratsvorsitzender bei Sydkraft geworden. Sydkraft gibt offen zu, daß durch die verschachtelten Besitzverhältnisse der Atomausstieg erschwert werden soll.
Es ist deshalb höchste Zeit, daß auch die Antiatombewegung international agiert. Mit unserer Fahrradtour und dem gemeinsamen Protest in Barsebäck wollen wir zeigen, daß der Widerstand gegen die Atomenergie keine Grenzen kennt.
Wir, die die Barsebäck-Offensive 99 bisher geplant haben, sind eine Gruppe von Aktivisten aus Südschweden und sind zum Teil Mitglieder in unterschiedlichen Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Parteien. Bisher werden wir schon vom schwedischen Zweig von Friends of the Earth International (in Deutschland BUND) und von der schwedischen "Folkkampanje gegen Kernkraft - Kernwaffen" unterstützt. Wir hoffen, daß die Barsebäck-Offensive 99 eine große internationale Protestbekundung gegen Atomkraft wird, unterstützt von einer Vielzahl skandinavischer und deutscher Organisationen.
Außerdem wollen wir an Leute, die nicht selbst an der Demonstration teilnehmen aber uns unterstützen möchten, Wimpel verkaufen. Diese werden mit Namen versehen und von Demonstrationsteilnehmern symbolisch getragen. Auch dafür brauchen wir Hilfe von deutschen Organisationen.

(foto: Greenpeace Denmark)
Greenpeace hat vergangene Woche das
Dach des AKW Barsebäck besetzt und hat dazu eine sehr gute website:
Schweden: Aktivisten auf
AKW fordern Feierabend für Barsebäck
Schweden: Polizei räumt
Aktivisten vom AKW Barsebäck
Hintergrundpapier
Atomkraftwerk Barsebäck/Schweden